Ein französischer nationaler Media Champion

18.05.2021, Luxemburg, RTL Group

Am 17. Mai haben Groupe TF1, Groupe M6, Bouygues und die RTL Group Vereinbarungen unterschrieben, ab sofort exklusive Verhandlungen zur Fusion von Groupe TF1 und Groupe M6 aufzunehmen.

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Das neue französische Medienunternehmen soll  so stark positioniert sein, dass es die Herausforderungen, die sich aus dem schärfer werdenden Wettbewerb mit den globalen Tech-Plattformen ergeben, meistern kann. Diese internationalen Plattformen sind sowohl auf dem französischen Werbemarkt als auch in der Produktion von audiovisuellen Qualitätsinhalten aktiv.

Thomas Rabe sagt dazu: „Die geplante Fusion der Groupe TF1 und Groupe M6 wäre ein erster großer Schritt in der Umsetzung unserer Strategie, nationale Media Champions in unseren europäischen Märkten zu schaffen. Sie demonstriert, dass Konsolidierungsschritte in den nationalen Märkten erhebliche Werte schaffen. Als strategische Investoren werden wir langfristige Partner von Bouygues sein.“

Die Leitung des fusionierten Unternehmens würde sich aus den aktuellen Management-Teams der Groupe M6 und Groupe TF1 zusammensetzen. Nicolas de Tavernost würde als CEO (Président Directeur Général) des fusionierten Unternehmens vorgeschlagen, während Gilles Pélisson bei Bouygues die Funktion des Directeur Général Adjoint mit der Verantwortung für das Mediengeschäft übernehmen würde. Das fusionierte Unternehmen würde seinen Hauptsitz in Frankreich haben. Darüber hinaus soll ein neuer Unternehmensname bestimmt werden, der die Viefalt und Stärke der Aktivitäten reflektiert.

Der Abschluss der Transaktion ist bis Ende des Jahres 2022 vorgesehen.

Lies hier die deutsche Arbeitsfassung der Pressemitteilung:
 

Groupe TF1 und Groupe M6 starten exklusive Verhandlungen zur Bildung eines nationalen Media Champions – Französische Antwort auf Herausforderungen durch globale Tech-Plattformen
 

  • Geplante Fusion von Groupe TF1 und Groupe M6 soll eine neue französische Mediengruppe mit einem stark diversifizierten Portfolio in den Bereichen TV, Radio, Inhalteproduktion und Technologie schaffen. Stärkung der audiovisuellen Branche in Frankreich und größeres Angebot für Konsumenten
  • Beschleunigter Ausbau eines französischen Streaming-Champions, der sowohl werbefinanzierte Catch-up-TV- (basierend auf MyTF1 und 6play) als auch Bezahl-Dienste (SVOD) anbietet
  • Neues Unternehmen verbindet komplementäre Stärken und ist Bekenntnis zu Kreativität, Vielfalt und Meinungspluralismus – zur Stärkung der französischen und europäischen Kultur
  • Eckdaten des fusionierten Unternehmens: Jahresumsatz von 3,4 Milliarden Euro (pro-forma 2020), operativer Gewinn von 461 Millionen Euro (pro-forma 2020)
  • Starke Wertschöpfung für alle Aktionäre: Geplante Fusion erlaubt die Hebung von jährlichen Synergien (Steigerung des EBITA) in der Höhe von 250 bis 350 Millionen Euro innerhalb der ersten drei Jahre nach Abschluss der Transaktion. Das fusionierte Unternehmen plant, 90 Prozent des Free Cash Flow als Dividenden auszuschütten
  • Geplante Fusion wird langfristig durch Bouygues und die RTL Group unterstützt: Nach dem Verkauf eines 11-Prozent-Anteils an dem fusionierten Unternehmen durch die RTL Group an Bouygues für 641 Millionen Euro würden Bouygues 30 Prozent und die RTL Group 16 Prozent an dem fusionierten Unternehmen halten. Damit wäre Bouygues der kontrollierende Aktionär des fusionierten Unternehmens. Im Rahmen ihrer strategischen Partnerschaft schließen Bouygues und die RTL Group ein Gesellschafterabkommen
  • Konditionen der geplanten Transaktion: Auszahlung einer Sonderdividende in Höhe von 1,50 Euro pro Aktie an die Aktionäre der Groupe M6; anschließend: Aktientausch im Verhältnis von 2,1 Aktien der Groupe TF1 für eine Aktie der Groupe M6
  • Die geplante Fusion schafft für alle Aktionäre den höchsten Wertzuwachs
  • Geplante Fusion wurde jeweils einstimming durch die Verwaltungsräte von Groupe TF1, Bouygues und RTL Group sowie durch den Aufsichtsrat der Groupe M6 genehmigt
  • Der Abschluss der Transaktion ist bis zum Ende des Jahres 2022 geplant – nach den Informations- und Konsultationsprozessen mit den Mitarbeitervertretern, nach Erhalt der regulatorischen Genehmigungen durch die französische Wettbewerbsbehörde ADLC und Medienaufsicht CSA sowie nach Zustimmung der außerordentlichen Hauptversammlungen
     

Paris/Boulogne-Billancourt/Neuilly/Luxemburg, 17. Mai 2021

Groupe TF1, Groupe M6, Bouygues und die RTL Group haben heute bekanntgegeben, dass sie Vereinbarungen unterschrieben haben, ab sofort exklusive Verhandlungen zur Fusion von Groupe TF1 und Groupe M6 aufzunehmen. Ziel ist es, ein französisches Medienunternehmen zu schaffen, das  so stark positioniert ist, dass es die Herausforderungen, die sich aus dem schärfer werdenden Wettbewerb mit den globalen Tech-Plattformen ergeben, meistern kann. Diese internationalen Plattformen sind sowohl auf dem französischen Werbemarkt als auch in der Produktion von audiovisuellen Qualitätsinhalten aktiv.

Die geplante Kombination wurde jeweils einstimmig genehmigt durch die Verwaltungsräte von Bouygues, RTL Group und Groupe TF1 sowie durch den Aufsichtsrat der Groupe M6.

Eine Antwort auf die neuen Herausforderungen des Total-Video-Marktes

Die Groupe TF1 und Groupe M6 sind auf dem wachsenden Total-Video-Markt aktiv, der geprägt ist durch ein stetig wachsendes Angebot an hochqualitativen, exklusiven Inhalten, die wiederum zu langfristig ansteigende Nutzungszahlen und -zeiten führen.

Auf diesem Markt bleibt das lineare Fernsehen nach Überzeugung beider Unternehmen durch sein umfangreiches Angebot an gesellschaftlich verbindenden Inhalten das Leitmedium. Zugleich durchläuft der Total-Video-Markt durch die stark anwachsende non-lineare Nutzung eine tiefgreifende Transformation.

Dank des Know-Hows ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie ihrer starken Marken würde die geplante Fusion die Investitions- und Innovationskraft des neuen Unternehmens nachhaltig stärken. Die geplante Fusion ist essentiell, um die langfristige Unabhängigkeit der französischen Kreativbranche zu sichern und um den Zuschauerinnen und Zuschauern auch in Zukunft vielfältige, lokale Qualitätsinhalte anzubieten.

Ein ambitioniertes Projekt

Das fusionierte Unternehmen würde ein für die gesamte Branche ambitioniertes und wegweisendes Projekt verfolgen, das auf fünf Prioritäten setzt:

  • Das Angebot französischer Qualitätsinhalte stärken – mit einem Portfolio bekannter Marken und einem ambitionierten Investitionsbudget.
  • Die Unabhängigkeit, Zuverlässigkeit und Qualität der Informationsprogramme in TV, Radio und Digital garantieren. Dabei sollen die Meinungsvielfalt und das redaktionelle Profil der Sender gewahrt bleiben.
  • Ein lokales und internationales Produktionsgeschäft für alle Mediensegmente entwickeln, mit dem Ziel, französische Inhalte auch verstärkt in ausländische Märkte zu verkaufen.
  • Der beschleunigte Ausbau eines französischen Streaming-Champions, der sowohl werbefinanzierte Catch-up-TV- (basierend auf MyTF1 und 6play) als auch Bezahl-Dienste (SVOD) anbietet.
  • Die Entwicklung von führenden Technologien in den Bereichen Streaming (v.a. mit der Bedrock-Plattform, die gemeinsam mit der RTL Group geführt wird) und Addressable-TV-Werbung, maßgeschneidert auf die Wünsche des Publikums und der Werbekunden.


Thomas Rabe, CEO der RTL Group: „Die geplante Fusion der Groupe TF1 und Groupe M6 wäre ein erster großer Schritt in der Umsetzung unserer Strategie, nationale Media Champions in unseren europäischen Märkten zu schaffen. Sie demonstriert, dass Konsolidierungsschritte in den nationalen Märkten erhebliche Werte schaffen. Als strategische Investoren werden wir langfristige Partner von Bouygues sein.“

Nicolas de Tavernost, CEO der Groupe M6: „Die Konsolidierung der französischen Märkte für Fernsehen und audiovisuelle Produktionen ist eine zwingende Notwendigkeit, damit das französische Publikum und die audiovisuelle Branche auch in Zukunft eine herausragende Rolle spielen können – gerade weil sich der internationale Wettbewerb mit rasender Geschwindigkeit verschärft. Die Kombination des Know-Hows der beiden Unternehmensgruppen wird es erlauben, eine ambitionierte französische Antwort auf diese Entwicklung zu geben. Darüber hinaus ist die geplante Fusion die einzige Transaktion, die für alle Aktionäre der Groupe M6 die gleichen Werte schafft.“  

Olivier Roussat, CEO von Bouygues: „Der Total-Video-Markt ist ein langfristiger Wachstumstreiber. In diesem Kontext freut sich Bouygues, dazu beizutragen, einen französischen Medienkonzern zu schaffen, der den Wettbewerb mit den GAFAN aufnehmen kann. Wir freuen uns über diese wichtige Weiterentwicklung und Partnerschaft, die unser Engagement im Mediengeschäft seit dem Jahr 1987 bestätigt. Als exklusiver Kontrollaktionär werden wir dem neuen Unternehmen weiterhin unsere gesamte Unterstützung zukommen lassen.“

Gilles Pélisson, CEO der Groupe TF1: „Die geplante Fusion der Groupe TF1 und Groupe M6 ist eine großartige Gelegenheit, einen französischen Total-Video-Marktführer zu schaffen, der die Unabhängigkeit, Qualität und Vielfalt unserer Inhalte garantiert – denn diese Werte teilen unsere beiden Unternehmensgruppen seit langer Zeit. Das neue Unternehmen wird ein Trumpf sein, um die Strahlkraft der französischen Kultur zu stärken. Die Groupe TF1 wird damit ein neues Kapitel ihrer Entwicklung aufschlagen, ganz im Sinne unserer strategischen Vision, die wir seit fünf Jahren verfolgen.“

Starke Wertschöpfung für alle Aktionäre

Der Umsatz des fusionierten Unternehmens würde sich auf 3,4 Milliarden Euro (pro-forma 2020), der operative Gewinn auf 461 Millionen Euro belaufen.

Die Aktionäre der Groupe M6 und Groupe TF1 würden im Zuge der geplanten Fusion von erheblicher Wertschöpfung profitieren: So wird das jährliche Synergiepotenzial (Steigerung des operativen Gewinns EBITA) auf eine Bandbreite von 250 bis 350 Millionen Euro geschätzt, das innerhalb der ersten drei Jahre nach Abschluss der Transaktion gehoben werden soll.

Die Finanzierungspolitik des neuen Unternehmens würde attraktive Dividendenzahlungen für die Aktionäre mit einem signifikanten Spielraum für Investitionen in Inhalte und Technologien verbinden. Das fusionierte Unternehmen würde anstreben, 90 Prozent des Free Cash Flow als Dividenden auszuschütten.

Konditionen der Transaktion

Die Fusion der beiden Unternehmensgruppen würde durch einen Aktientausch durchgeführt werden, wobei eine Aktie der Groupe M6 in 2,1 Aktien der Groupe TF1 getauscht werden sollen (nach Auszahlung einer Sonderdividende in Höhe von 1,50 Euro pro Aktie an die Aktionäre der Groupe M6 sowie nach Auszahlung der ordentlichen Dividenden für das Jahr 2021 im Jahr 20221).

Die Transaktion würde in folgenden Schritten erfolgen:

  • Alle Aktivitäten der Groupe M6 – mit Ausnahme der von der französischen Medienaufsicht CSA regulierten Aktivitäten zur Ausstrahlung des Hauptsenders M6 – werden in eine neue Einheit (M6 Services) überführt.
  • Die Aktivitäten zur Ausstrahlung des Hauptsenders M6 verbleiben in der aktuellen juristischen Einheit, die börsennotiert bleibt und in M6 Edition umbenannt wird.
  • Die Aktionäre der Groupe M6 erhalten
    • Anteile an der neuen Einheit M6 Services
    • Eine Sonderdividende in Höhe von 1,50 Euro pro Aktie
  • Fusion von M6 Services in die Groupe TF1. Diese Fusion basiert auf dem oben genannten Aktientausch-Verhältnis, bereinigt um den Wert der Aktien an der Einheit M6 Edition.
  • Die RTL Group bringt ihren Anteil in Höhe von 48,3 Prozent an M6 Edition in das neu fusionierte Unternehmen ein. Der restliche Anteil an M6 Edition verbleibt im Streubesitz, im Einklang mit der französischen Medienregulierung.
  • Bouygues erwirbt von der RTL Group einen Anteil in Höhe von 11 Prozent an dem fusionierten Unternehmen für 641 Millionen Euro. Dieser Kaufpreis entspricht einem Preis von 26,30 Euro pro Aktie, nach den Auszahlungen der Sonderdividende (1,50 Euro pro Aktie) sowie der ordentlichen Dividende (1,00 Euro pro Aktie).

Damit erhalten die Aktionäre der Groupe M6 im Rahmen der geplanten Transaktion für jede Aktie der Groupe M6:

  1. Eine ordentliche Dividende von 1,00 Euro pro Aktie
  2. Eine Sonderdividende von 1,50 Euro pro Aktie
  3. Eine Aktie an der Einheit M6 Edition
  4. Eine Anzahl an Aktien an dem neu fusionierten Unternehmen, basierend auf dem Tauschverhältnis von 2,1 (bereinigt um den Wert der Aktien an der Einheit M6 Edition)
     

Nach Abschluss der Transaktion würde Bouygues rund 30 Prozent an dem fusionierten Unternehmen halten und wäre damit der exklusive Kontrollaktionär. Die RTL Group wird mit einem Anteil von rund 16 Prozent der zweitgrößte Aktionär des neuen Unternehmens. Bouygues und die RTL Group werden ein Gesellschafterabkommen schließen.

Corporate Governance und Management

Der Verwaltungsrat des neuen fusionierten Unternehmens würde aus 12 Mitgliedern bestehen, davon würden vier Mitglieder von Bouygues bestellt (inkl. des Vorsitzenden des Verwaltungsrates) und zwei Mitglieder von der RTL Group (inkl. des stellvertretenden Vorsitzenden des Verwaltungsrates). Darüber hinaus gäbe es drei unabhängige Mitglieder, zwei Vertreter der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie einen Vertreter der beim Unternehmen beschäftigten Aktionäre.

Die Leitung des fusionierten Unternehmens würde sich aus den aktuellen Management-Teams der Groupe M6 und Groupe TF1 zusammensetzen. Nicolas de Tavernost würde als CEO (Président Directeur Général) des fusionierten Unternehmens vorgeschlagen, während Gilles Pélisson bei Bouygues die Funktion des Directeur Général Adjoint mit der Verantwortung für das Mediengeschäft übernehmen würde.

Das fusionierte Unternehmen würde seinen Hauptsitz in Frankreich haben und an der Euronext Paris börsennotiert sein. Darüber hinaus soll ein neuer Unternehmensname bestimmt werden, der die Viefalt und Stärke der Aktivitäten reflektiert.

Das Gesellschafterabkommen zwischen Bouygues und der RTL Group erlaubt Bouyges, das fusionierte Unternehmen zu kontrollieren und sieht u.a. vor, wie die beiden Parteien in den Organen des fusionierten Unternehmens vertreten sein sollen und dass sie verpflichtet sind, ihre Handlungen untereinander abzustimmen. Darüber hinaus sieht das Abkommen Schutzrechte für die Minderheitsaktionäre vor – zum Vorteil der RTL Group.

Das Abkommen beinhaltet zudem handelsübliche Einschränkungen beim Verkauf von Aktien sowie ein Vorkaufsrecht für Bouygues auf 5 Prozent des Aktienkapitals des fusionierten Unternehmens, ausübbar beim ersten Verkauf von Aktien durch die RTL Group.

Zeitplan

Die Groupe TF1 und Groupe M6 werden die Informations- und Konsultationsprozesse mit den jeweiligen Mitarbeitervertretungen entsprechend der französischen Gesetzgebung durchführen.

Der Abschluss der Transaktion steht unter dem Vorbehalt der üblichen regulatorischen Genehmigungen – insbesondere durch die französische Wettbewerbsbehörde ADLC und Medienaufsicht CSA – sowie der Zustimmung der jeweiligen außerordentlichen Hauptversammlungen.

Der Abschluss der Transaktion ist bis Ende des Jahres 2022 vorgesehen.

 

1 Groupe M6: geplante ordentliche Dividende von 1,00 Euro pro Aktie für das Geschäftsjahr 2021; Groupe TF1: geplante ordentliche Dividende von 0,45 Euro pro Aktie für das Geschäftsjahr 2021 (jeweils vorbehaltlich der Zustimmung der jeweiligen Hauptversammlungen)

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